Für den Landesparteitag 2025 in Fellbach, habe ich drei Anträge zum Thema Künstliche Intelligenz verfasst. Dabei habe ich bewusst den Fokus auf Handwerksbetriebe und kleine sowie mittelständische Unternehmen (KMU) gelegt und die Anträge praxisnah und verständlich formuliert. Auch wenn ähnliche Ansätze auf andere Bereiche übertragbar wären, wollte ich gezielt diese Zielgruppen in den Mittelpunkt stellen.
Zwei der Anträge wurden über den Kreisverband Alb-Donau eingereicht, ein weiterer über den Landesfachausschuss Wirtschaft, Arbeit, Bauen und Tourismus (LV Baden-Württemberg). Ich danke beiden Gremien herzlich für ihre Unterstützung!
Antrag A 08: Integration von KI-Kompetenzen in den Lehrplan von Berufsschulen und Meisterkursen
Antragsteller*in: LFA BW Wirtschaft, Arbeit, Bauen und Tourismus (LV Baden-Württemberg)
- Die Landesregierung wird aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass die Nutzung von KI in die praktische Ausbildung und KI-Unterricht in den Lehrplan für Berufsschulen und Meisterkurse integriert wird.
Hierbei sollen die folgenden Forderungen berücksichtigt werden:
- KI-Anwendung im Handwerk und mittelständischen Unternehmen im Produktionsprozess, der Auftragsabwicklung, der Verwaltung, der Dokumentation, im Rechnungswesen und der Informationsbeschaffung.
- Implementierung eines KI-Kompetenz-Dreiecks aus technischen Fertigkeiten, praktischer Anwendung und ethischem Verständnis.
Im Rahmen der Aus- und Weiterbildung sollen in Baden-Württemberg für Teilnehmerinnen und
Teilnehmerkurse werden angeboten, in denen die praktische Anwendung von KI zur Unterstützung des Lernprozesses vermittelt wird. Dies gilt insbesondere für das Auffinden von Informationsquellen und die Erstellung von eigenen Lernmitteln wie digitalen Lernkarten oder Lernübersichten.
Begründung
Die rasante Verbreitung von Künstlicher Intelligenz in allen Wirtschaftssektoren erfordert eine systematische Vorbereitung der kommenden Generation von Fachkräften, insbesondere im Handwerk und mittelständischen Unternehmen. KI-Bildung in Berufsschulen und Meisterkursen ist eine Investition in die Zukunft des Handwerks und der kleinen und mittelständigen Unternehmen (KMU). Sie befähigt Auszubildende und angehende Meisterinnen und Meister, KI-Potenziale in ihren Berufsfeldern zu erkennen und zu nutzen.
So werden Auszubildende und angehende Meister befähigt, Chancen und Herausforderungen der KI zu erkennen und diese Technologien verantwortungsvoll in ihren Betrieben einzusetzen. Die Integration von KI-Kompetenzen fördert Innovation und steigert die Wettbewerbsfähigkeit. Sie bereitet den Weg für neue Geschäftsmodelle in traditionellen Wirtschaftszweigen.
Eine systematische Vorbereitung der nächsten Generation von Fachkräften ermöglicht es, die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern und aktiv an der Gestaltung einer zukunftsfähigen Wirtschaft mitzuwirken. Durch die Anwendung von KI, insbesondere bei sich wiederholenden Arbeitsprozessen, trägt dies zur Steigerung der Effizienz und Produktivität bei, indem Arbeitszeit für andere Aufgaben freigesetzt wird.
Antrag A 28: Förderung gezielter Umschulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI)
Antragsteller*in: KV Alb-Donau
Der Landesparteitag möge beschließen:
Die Landesregierung wird aufgefordert ein Förderprogramm für KMU aufzulegen, um mit der rasanten Entwicklung der Arbeitswelt durch den Einsatz von KI mithalten zu können und die Potentiale des Einsatzes von KI für das Unternehmen zu erschließen.
Gegenstand der Förderung
Gegenstand der Förderung soll sein, sich an die Veränderungen der Arbeitswelt durch den Einsatz von KI anpassen zu können, um den technologischen Fortschritt nicht zu versäumen. Zum einen durch die Implementierung von KI-gestützten Prozessen im Unternehmen und zum anderen durch die Unterstützung von Schulungs- und Umschulungsmaßnahmen von Mitarbeitern, zum Erwerb entsprechender Qualifikationen, um diese aktiv in den Veränderungsprozess einzubeziehen.
Ziele
Durch gezielte Weiterbildungsprogramme für KMU sollen die Unternehmen in die Lage versetzt werden,
ihre Belegschaft zukunftssicher zu qualifizieren und bestehende sowie neue Arbeitsplätze zu schützen.
Forderungen
- Flexible Programme für unterschiedliche Berufsfelder: Es geht nicht nur um Berufe mit hohem Automatisierungsrisiko, sondern auch um solche, bei denen KI in kreativer oder beratender Funktion eingesetzt wird, wie etwa im Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen oder der Kreativwirtschaft. KI verändert nicht unbedingt ganze Berufe, sondern oft nur einzelne Aufgabenbereiche, weshalb Weiterbildungsmaßnahmen gezielt und flexibel sein müssen.
- Ausbau von praxisnahen Weiterbildungsmaßnahmen: Förderung von Umschulungs- und Fortbildungs-Programmen für alle Berufsgruppen, die durch KI-Technologien stark verändert werden, sei es durch Automatisierung oder durch erweiterte KI-basierte Aufgaben. Diese Maßnahmen sollen auf die spezifischen Bedürfnisse des Mittelstands und der kleinen Unternehmen zugeschnitten sein.
- Enge Zusammenarbeit mit der Industrie: Die Weiterbildungsangebote sollten in enger Kooperation mit der Industrie und Forschung entwickelt werden.
- Digitale und flexible Weiterbildungsplattformen: Schaffung und die Nutzung vorhandener digitaler Plattformen, die orts- und zeitunabhängige Schulungen ermöglichen und sich an den unterschiedlichen Lebens- und Lernsituationen der Arbeitnehmer orientieren.
- Förderung von Chancengleichheit und Vielfalt in der Weiterbildung: Entwicklung von Programmen, dieallen Beschäftigten, unabhängig von ihrer Vorbildung oder Position, Zugang zu hochwertigen Weiterbildungsmöglichkeiten bieten. Besonderes Augenmerk soll auf die Förderung bisher unterrepräsentierter Gruppen in technologieorientierten Berufsfeldern gelegt werden, um das volle Potenzial der Belegschaft zu nutzen und die Innovationskraft der Unternehmen zu stärken.
- Verankerung ethischer und kritischer Kompetenzen: Förderung von kritischem Denken und ethischem Bewusstsein in den Schulungsinhalten, um sicherzustellen, dass Arbeitnehmer befähigt werden, KI verantwortungsvoll zu nutzen und dabei die sozialen und ökonomischen Auswirkungen zu verstehen.
Begründung
Die schnelle Einführung von Umschulung- und Weiterbildungsmaßnahmen ist unerlässlich, um den Anforderungen der digitalen Transformation gerecht zu werden. KI-Technologien verändern Berufe grundlegend und betreffen sowohl einfache Tätigkeiten als auch kreative und beratende Aufgabenfelder. Dies erfordert eine gezielte und praxisorientierte Qualifizierung der Arbeitnehmer, um die Arbeitsmarktchancen langfristig zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der baden-württembergischen Wirtschaft zu stärken. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Industrie und den Handwerksverbänden soll sichergestellt werden, dass diese Weiterbildungsmaßnahmen genau auf die Anforderungen der Unternehmen abgestimmt sind. Der technologische Fortschritt bietet nicht nur Potenziale für große Industrieunternehmen, sondern stellt auch den Mittelstand und kleine Unternehmen (KMU) vor grundlegende Herausforderungen und Chancen. Insbesondere in Bereichen wie Automatisierung, Beratung und kreativen Tätigkeiten wird KI zunehmend Aufgabenbereiche verändern oder optimieren, was eine Neuausrichtung der Qualifikationen der Beschäftigten erforderlich macht. Neben der technischen Schulung und Umschulung von Arbeitnehmern zielt diese insbesondere darauf ab, bestehende Mitarbeiter aktiv in den Veränderungsprozess einzubeziehen und sie durch spezialisierte Weiterbildungen in die Lage zu versetzen, neue, KI-gestützte Arbeitsprozesse selbstständig zu übernehmen und weiterzuentwickeln. So wird nicht nur der Arbeitsplatz gesichert, sondern auch ein reibungsloser Übergang in die digitale Arbeitswelt ermöglicht.
Antrag A 31: KI-Mentorenprogramm für Handwerk und KMU in Baden-Württemberg
Antragsteller*in: KV Alb-Donau
Der Landesparteitag möge beschließen:
Die Landesregierung wird aufgefordert, ein KI-Mentorenprogramm für Handwerksbetriebe sowie kleine
und mittlere Unternehmen (KMU) in Baden-Württemberg einzuführen.
Forderungen
- Chancen für KMU und Handwerk: Die dynamische Entwicklung der KI eröffnet Unternehmen jeder Größe, neue Chancen: von Effizienzsteigerungen und Prozessoptimierungen bis zur Schaffung neuer Geschäftsmodelle und einer Teillösung zur Behebung des Fachkräftemangels. Die Wahrnehmung dieser Chancen müssen auch für die KMU und das Handwerk ermöglicht werden.
- Mentoren-Rekrutierung: Die Mentoren sollen aus Netzwerken von Wirtschaftskammern, Hochschulen,
Forschungseinrichtungen und Verbänden stammen, um den Unternehmen praxisnah und kompetent zur Seite zu stehen. - Branchenspezifische Betreuung: Jedes teilnehmende Unternehmen wird über einen definierten Zeitraum individuell begleitet.
- Finanzielle Förderung: Für die KI-Implementierung sollen bestehende Fördertöpfe genutzt oder
zusätzliche Landesmittel bereitgestellt werden. - Berücksichtigung von KI-Ethik und Datenschutz: Das Programm integriert Schulungen zu ethischen und datenschutzrechtlichen Fragestellungen, um einen sicheren und rechtskonformen Einsatz von KI-Technologien zu gewährleisten.
Begründung
Handwerksbetriebe und KMUs zögern oft bei der Einführung von KI-Technologien meist durch Zeitmangel, Unsicherheiten, fehlendes Know-how oder finanzielle Bedenken. Gerade kleine Unternehmen, deren Geschäftsführung stark ins Tagesgeschäft eingebunden ist, haben oft nicht die Ressourcen, sich intensiv mit KI-Innovationen zu beschäftigen. Ein Mentorenprogramm bietet hier gezielte Unterstützung, um KI-Technologien effizienter und schneller zu integrieren. Die erfolgreiche Implementierung von KI stärkt Baden-Württembergs Wirtschaftsstruktur, steigert die Innovationskraft und sichert Arbeitsplätze. So kann sich das Land als Vorreiter in der digitalen Transformation von KMUs positionieren und seine regionale Wirtschaftskraft nachhaltig stärken. Die dynamische Entwicklung der KI eröffnet Unternehmen jeder Größe, neue Chancen: von Effizienzsteigerungen und Prozessoptimierungen bis zur Schaffung neuer Geschäftsmodelle. Gleichzeitig bietet KI eine Teillösung für den Fachkräftemangel und die Herausforderungen des demografischen Wandels.